Die Sache mit dem Frosch…oder warum es wichtig ist ohne Kinder in den Urlaub zu fahren

Das Highlight des Jahres ist ja bekanntlich Urlaub! Und den hatte ich auch….da ich auf dem Land lebe ( Aussicht aufs Weserbergland, Weite und Himmel mit inbegriffen) ist es schwer dem Stress noch weiter zu entfliehen. Aber es gibt für alles eine Lösung! Dänemark. Ja Dänemark im Winter oder Herbst. Den da ist nichts…aber auch wirklich gar nichts los. Am Strand begegnen einem höchstens eingemummelte Gestalten die, durch den beständigen Wind geschoben, über den Strand wanken. Für Hunde und Misanthropen ein Paradies.
Ok…ok es ist schon ein wenig schade, dass die Brille anschließend aussieht als habe jemand diese mit Schmirgelpapier bearbeitet und jeder Zentimeter deines Körpers mit Sand bedeckt ist obwohl du 4 Schichten Kleidung übereinander trägst. Also wie zum Teufel kommen die Sandkörner in die Unterhose??? Und enthält Sand eigentlich Vitamine? Ist er gut für die Zähne? Zumindest brauchte ich lange kein Gesichtspeeling.
Hund, Dorie und Anne genossen es immer ganz besonders am Strand zu sein. Ich genoss danach im Ferienhaus die Sicht auf das Meer bei einem leckeren Kaffee getoppt von einer Kaneelstanger ( ein orgiastisches Zimtgebäck).
Bei der Ankunft im Haus waren alle ziemlich aufgeregt. Urlaub! Und alle sind mit! Auch wenn ich Sam, Samantha und Julie gern zuhause gelassen hätte. Ist doch eigentlich unfair. Ich meine andere Menschen können ohne ihre Kinder verreisen. Gut meine sind in meinem Kopf und vielleicht somit nicht ganz real…aber ich will auch mal KINDERFREI! Einfach mal einen Horrorfilm gucken ohne das Aurelia von Innen ruft: Achtung die Kinder sind wach und zack wird aus Halloween 5 plötzlich Prinzessin Lillifee oder Ostwind….Puh.
Aber gut.. da ich die nicht rausschneiden kann müssen die wohl mit.
Und es kam was kommen musste.

Tag 3: Nach dem das Meer uns durch die Nacht gerauscht hatte und ein faszinierender Sternenhimmel Tränen in die Augen trieb stand ich gut gelaunt auf. Anne hatte schon für unseren Körper Kaffee gekocht und ich musste nur noch den Arm ausstrecken, die Aussicht genießen und trinken. Samantha beschloss dabei ein wenig malen zu wollen ( sie nennt das Zeichnen….wo da wohl der Unterschied liegt? ). Nur leider ging der Fineliner nicht mehr so recht. Sie strich über das Blatt mit dem Stift und nichts geschah. Ich sagte nur: Der ist alle schmeiß ihn weg.
Aber wie Teenager nun mal so sind, hörte die natürlich nicht auf mich. Anstelle dessen gab sie resigniert den Stift an Dorie weiter. Diese schaute ihn fachmännisch an. Mhm…machte Sie. Mhm….mhm….ich glaube da ist noch Tinte drin…und während Dorie dies sagte schüttelte sie mit viel Enthusiasmus den Schreiber. Wäre gar keine Schlechte Idee gewesen. Sie hätte nur die Kappe drauf machen sollen…So aber ergoss sich die Tinte in 1000 kleinen Spritzern über das Ferienhaus. Auf dem Tisch, den Stühlen, der Küche in 2 Metern Entfernung und auf die natürlich weiß lasierten Holzwände.
Ich schubste gleich mal Anne nach vorn. Diese schaute verwirrt. Dorie schaute verwirrt. Selbst der Hund guckte ziemlich verwirrt. Nach etwa 30 Sekunden Schockstarre dämmerte den Beiden, dass es nicht einfach verschwinden würde…es war REAL. Und dann begannen das Putzen. Ich war ziemlich sauer, denn der Kaffee wurde kalt! Und natürlich war die Wand nicht mehr zu retten….aber wofür habe ich schließlich eine Haftpflicht?
Tag 7:
Julie wollte mal Ball spielen…Körperliche Ertüchtigung ist ja auch gut. ABER wenn sie dafür ein Wollknäul benutzt und den Hund involviert ist es eher gesundheitsschädlich.
Sie warf das Knäul…der Hund rannte hinterher…nahm dabei eine Lampe mit ( natürlich die mit dem Porzellanfuß) welche scheppernd zu Boden viel und dort zerbarst. Das Knäul war um einige Möbel gewickelt während der Hund noch immer wie ein Derwisch damit durch das Haus rannte….und Annes gestricktes Werk aufribbelte ( War eh hässlich)

Tag 9:
JA mit einem Hund muss man spielen…und ja Zerrspiele machen Spaß…aber wäre es möglich, dass Sam dafür in Zukunft NICHT die Kissen der Hausvermieter benutzt???

Tag 10:
Wir waren gerade beim Mittagessen. Der Wind heulte um das Haus und die Sonne schien durch die großen Panoramafenster. Wir hatten gemütlich Sachen an. Sam hatte eine schwarze Jogginghose angezogen mit T-Shirt dazu und Samantha zog darüber noch ein blaues Sweatshirt auf dessen Mitte sich ein Frosch befand. Er war nicht besonders hübsch..aber für zuhause und gemütlich vollkommen ok.
Es gab zum Nachtisch Obst mit Sahne. Soweit alles normal. Sam hatte beim Hauptgericht geholfen das Steak aufzuessen und so musste Anne nur noch den Salat allein zu sich nehmen. Wie rücksichtsvoll von ihm!! Um den Nachtisch wollte Juli sich kümmern.
Also purzelte sie in den Körper und übernahm den Löffel um einiges an Sahne in die Futterluke zu schaufeln. Währenddessen zeigte sie auf den Pullover um Dorie auf den Frosch aufmerksam zu machen. „Ein Fosch“ nuschelte sie. Dorie erwiderte: „stimmt…ein Frosch. Ob der auch Hunger hat?“ Und bevor ich oder Aurelia auch nur die Chance hatten zu reagieren… verstand Julie was Dorie meinte und fütterte den Frosch! Nur dass der natürlich nicht den Mund aufsperrte sondern die Sahne von der Schwerkraft gezogen gen Boden strebte. Der Hund war so freundlich uns zu helfen und schleckte fleißig alles Fallende auf…nebst der Reinigung mit seiner Zunge unserer Hose, dem Frosch und dem Löffel. Gott sei dann konnte ich verhindern, dass Julie den Löffel weiter benutzte.

Nach 14 Tagen, einer ruinierten Wand, 2 Lampen, 3Kissen und einem Frosch weniger fuhren wir wieder nach Hause. Natürlich haben wir alle Schäden gemeldet und bezahlt.
Urlaub kann ja so entspannend sein.

Das nächste Mal fahre ich allein. Ohne Innenkinder und ohne reale Hunde…nur Dorie und ich!

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