Umzüge und die Frage wie komm ich wohin?

Ich bin umgezogen. Damit meine ich nicht die Kleidung, sondern die Wohnung und die Stadt. Jetzt bin ich nicht mehr Hannoveranerin. Jedenfalls nicht mehr so ganz. Natürlich werde ich noch immer zu Besuch in der langweiligsten Stadt Deutschlands sein. Schon der alten Zeiten wegen, aber auch beruflich.

Statt auf Backsteine schaue ich jetzt auf Hügel in der Ferne, anstelle von Autos ziehen Graureiher ihre Kreise vor meiner Haustür und statt Smog erfreut Kuhdung meine Nase. Richtig…ich bin aufs Land gezogen. In die Nähe von Hannover. Wo genau verrate nicht. Nicht dass ich meine Leser nicht mag, aber ihr werdet verstehen warum.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum zum Teufel Asphalt gegen Schlamm tauschen? Das weiß ich selbst auch nicht so genau. Anne wollte das so. Ich auch…jedenfalls als ich betrunken war. Ja ok, es ist schön…und während ich schreibe fliegt ein Grünspecht zu dem Baum gegenüber und bearbeitet diesen mit seinem Schnabel, in der Ferne gluckert ein Trecker, die Sonne scheint durch die großen Fenster. Am Abend kann ich den Sonnenuntergang hinter dem Deister bewundern. Also wirklich romantisch.
Nur blöd: Man kommt nicht weg. Es gibt keinen Bus. Respektive, es gibt einen aber der Fährt nur zweimal am Tag wenn man Glück hat, denn an Feiertagen, schulfreien Tagen und wahrscheinlich auch bei starkem Wind fährt er dann doch nicht. Züge sind ein Zerrbild in der Ferne und von einer Straßenbahn hat hier noch nie jemand was gehört. Eben Landleben. Alles geht ein bisschen langsamer..oder auch eben gar nicht.
Ein Auto habe ich nicht. Keiner von uns darf Auto fahren, weil wir keinen Führerschein haben. Nein wir haben den nicht verloren. Wir haben den schlicht nie gemacht. Aurelia war derart militant Ökologisch, dass sie sich selbst einem Auto verweigert hat. Anne fand auch immer es sein nicht nötig in einer Metropole wie Hamburg ein Auto zu besitzen. Aber nun wohnen wir in einem 1000 Seelen- Dorf.
Daher mein Plan: Ich mache den Führerschein. Wer also rechts von Hannover wohnt sollte das Haus in den nächsten Monaten nicht verlassen.
Denn, alle wollen fahren. Das wäre kein Problem, wenn die Kleine nicht erst gefühlte 3 Jahre alt wäre und kein Sinn für Verkerhsregeln hätte oder wenn Sam nicht Geschwindigkeitsbegrenzungen für vage Richtwerte halten würde. Aber so…dass könnte lustig werden. Hat jemand der VIELE ist damit Erfahrung? Wie habt ihr das gemacht? Und ihr? Die nicht Viele seid, wie habt ihr das geschaft?
Solange wir jedoch keinen Führerschein haben muss Dorie als Chauffeur fungieren. Vielleicht sollte ich einfach nie einen machen? Dann kann ich es für immer genießen Candy Crush zu spielen während sie das Auto steuern muss…
Ich frage mich auch, ob es extra Senioren Kurse in Fahrschulen gibt? Immerhin ist der Körper ca. 40 Jahre alt…das wird bestimmt ein Spaß mit den ganzen pickeligen Jugendlichen im Theorie-Kurs zu sitzen. Wofür gibt es schließlich Anne? Das kann die machen. Ich gehe lieber bei Mama Frieda in Bad Nenndorf einen Kaffee trinken.
Also freut euch drauf.

Ich muss jetzt weiter Kartons auspacken lassen. Gutes Personal ist schwer zu finden, auch in einem selbst.

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