Warum ein Kopffüßler beim Schreiben hilft…

Ich schreibe, und schreibe und schreibe…und lerne etwas dazu. Schreiben ist eine sehr entspannte Sache. Klar, ich blogge…aber ein Kurs für Kreatives Schreiben ist doch etwas ganz Anderes. Dabei war mir gar nicht klar, auf was ich mich da eigentlich einlasse.

 

Kreatives Schreiben hatte für mich etwas mit kreativen Geschichten zu tun, mit dem lustigen aneinanderreihen unüblicher Wortkreationen oder ähnlichem. Aber so war das nicht gemeint. In dem Kurs ging es um nicht bewertetes, freies Schreiben für die Seele. Und das tat richtig gut.

Es gibt eine Menge Übungen die da gemacht werden können. Möglichkeiten z.B. sich selber Antworten auf Fragen zu geben. Oder frei assoziiertes Schreiben.

Dafür setzt man den Stift in die Mitte des Blattes und schreibt drauf los. Einfach so. Ohne sich auch nur einen Gedanken dazu zu machen. Das geht ja bei den meisten Menschen recht gut…bei mir auch, bis Jule dazwischenfunkte und einen Kopffüßler auf das Blatt malte. Ich erklärte dem Dozenten, dieser stehe für einen Konflikt in der Kindheit mit dem ich mich gerade auseinandersetze…Er nickte nur weise.

Erzähle ich in solchen Settings das ich VIELE bin?

Nein. Das geht niemanden etwas an, der mich nicht kennt. Ist ja auch für die meisten Menschen schwer vorstellbar. Meist, wenn das Gespräch auf das Thema Multiple Persönlichkeit im Allgemeinen kommt, dann häufen sich die abstrusesten Thesen.

Hier meine Top 10:

 

       Multiple sind schizophren

       Die sind wie Dr. Jekell und Mr. Hyde

       Die können mit Geistern reden

       Die können ganz außergewöhnliche Dinge, sind super stark oder sowas

       Die sind multipel, weil die so kreativ sind

       Die sind wie Albert Einstein, der war auch multiple

       Die sind alle nett…immer

       Ohhhhh die Armen, die können gar nix mehr allein und sind total kaputt

       Die gibt es gar nicht, dass bilden die sich einfach nur ein

       Die gibt es gar nicht, dass wurde denen von den Therapeuten eingeredet…

 

Was sind eure Top 10? Wer weiß noch bessere Vorurteile?

Und weil ich nicht darauf stehe wie ein Alien angeschaut zu werden, schweige ich darüber. Es bemerkt ohnehin niemand. Für alles kann ich mehr oder weniger Ausreden finden, und es ist den Menschen immer allemal lieber als die Wahrheit. Die meisten würden es eh nicht glauben. Vielleicht sollte ich einfach erzählen, ich komme aus dem Jungel bin dort aufgewachsen unter Affen.

Das gute ist nun: Ich kann schreiben. Nicht besser als vorher, aber freier. Denn wenn der Kurs etwas gebracht hat, dann, dass ich nicht mehr alles so krampfhaft bewerten muss was ich schreibe. Wenn ich trainiere erhalte ich vielleicht doch noch den Bachmann?

Wohl eher den Preis für die beste Kurzgeschichte in der Zeitung des Kleingärtnervereins. Aber das wäre dann auch ein 1. Platz. Man sollte sich immer realistische Ziele stecken. Ich werde daran arbeiten.

In den nächsten Tagen stelle ich einige meiner Geistigen Ergüsse zur Verfügung…wer mag kann’s lesen, wer nicht lässt es.

 

Heute bin ich wieder in meinem geliebten Hannover angekommen. Die warmen Brüder (drei Schornsteine in Linden) winkten im Licht der untergehenden Sonne einen Willkommensgruß und ich hatte einen kurzen Moment das glückliche Gefühl von Heimat. Jetzt gibt es noch ein Getränk im Lindenblatt, dann Koffer auspacken und Füße hoch.

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: